Wartburg 353 W - caprigrün

Mit Warti ins Briesetal

Ein caprigrüner Wartburg 353W knattert durchs Berliner Umland.

Wer schon mal mit einem Wartburg über Brandenburger Sandpisten gerast ist, ahnt für welche Straßenverhältnisse dieses Auto konzipiert wurde und wo es sich am wohlsten fühlt.
Unser Warti, wie ihn die Kinder liebevoll nannten, war auf diesen, für den Verkehr noch freigegebenen Pisten, ganz in seinem Element, ebenso wie seine durchgeschuckelten Insassen.

Aber wir wollen an diesem Tag nur einen Sonntagsausflug ins Briesetal unternehmen.

Alles nötige erstmal in den geräumigen Kofferraum werfen.

Wartburg 353 W - Kofferraum

Wartburg 353 W – Ein Blick in den Kofferraum

„Alle drin und angeschnallt?“

Wartburg 353 W-Fußraum

Fußraum des Wartburg 353 W

Den Zündschlüssel gedreht und schon stellt sich das besondere Fahrgefühl ein. Mit dem anspringenden Motor geht ein geräuschvolles Beben durch die Karosserie. Beherzt auf die Kupplung treten und mit Gefühl den Gang einlegen, sonst gibt es ganz hässliche Geräusche.

Gas geben und los geht’s!

Da wir mit unserem Feinstaub emittierenden Zweitakter nicht durch die Mitte fahren dürfen, wählen wir die Stadtautobahn. Wir fahren am Insbrucker Platz auf, denn hier beginnt die für unseren Zweitakter verbotene Umweltzone und richten uns nach dem Fernziel „Hamburg“. Am Kreuz Oranienburg wechseln wir auf die A 10.

Wartburg 353 W

Der Wartburg 353 W im Stau

Der Berliner Ring empfängt uns mit einem Stau. Wenn sich nichts mehr bewegt verlassen alle ihre Blechkisten um zu schauen zu schwatzen und eine Pinkelpause einzulegen. Auch unser Wartburg hat jetzt alle vier Türen von sich gestreckt.

Bei der Gelegenheit prüft der Fahrzeughalter nochmal den Benzinfilter, denn der verstopft so gerne. Wer kann, der kann schließlich an diesem Auto noch alles selbst reparieren. Wir haben deshalb auf längeren Strecken immer unseren Automechaniker dabei.

Wartburg 353 W-Motorraum

Wartburg 353 W unter der Motorhaube

Einige Zeit später setzt sich die Blechlawine wieder in Bewegung.

„Alle einsteigen bitte!“

Wartburg 353 W

Krachend fallen die Türen ins Schloss und schon springt der Wagen geräuschvoll an.

„Kinder anschnallen!“

An der übernächsten Ausfahrt Mühlenbeck verlassen wir in freier Fahrt die Autobahn.

Wartburg 353 W

Die Landkarte studieren

In Summt richten wir uns zunächst nach Zühlslake wählen aber kurz vor dem Ortsausgang die links abgehende Nebenstrecke L211. Wir folgen der Straße bis zum Abzweig nach Zühlsdorf, den wir rechts liegen lassen und fahren weiter bis wir an die Schlagbrücke über die Briese gelangen. Rechts und links empfangen uns hier parkende Autos. Wir stellen den Wartburg dazu, angekommen!

Wartburg 353 W - Kinder am Steuer

Wartburg 353 W – Kinder am Steuer

Die Kinde können sich noch nicht trennen. Im Wald wird aber nicht gehupt, jetzt wird gewandert.

„Raus mit euch, sonst mach ich euch Beine!“

Die Kleinen rennen den Weg hinunter ins Tal der Briese und wir folgen dem gemächlich fließenden Wasser. Am Wegesrand blühen die Blaubeersträucher.

Entengrütze taucht die fast stehenden Wasserflächen in zartes Grün.

Anfang Mai finden wir hier viele blühende Sumpf- und Feuchtgebietpflanzen.

Wir entdecken Sumpfdotterblume,

Wiesenschaumkraut,

Bachnelkenwurz und Schachtelhalm,

Bärlauch,

und Buschwindröschen. Die Sumpfschwertlilie fanden wir in diesem Teil des Briesetals nicht.

Die nächste Brücke über die Briese führt uns zum Forsthaus Wensickendorf. Von April bis Oktober können wir hier im Freien Kaffee und Kuchen, Schmalzbrot und Saftschorlen sowie ein kleines Bierchen trinken.

Wer möchte, kann gemeinsam mit einem Eselpärchen durch den Wald spazieren.

Nachdem wir uns gestärkt und die Kinder Hühner, Esel und Ziegen ausreichend betrachtet haben, waqndern wir auf dieser Seite der Briese zurück zum Auto.

Wartburg 353 WAls die Kleinen den Wartburg entdecken, laufen sie voraus und freuen sich die lange Wanderung geschafft zu haben. Wir fallen in die Polster und treten den Rückweg an.

Wartburg 353 W im Rückspiegel

Wartburg 353 W im Seitenspiegel

Auf der Rückfahrt entdecken wir im Spiegel ein vertrautes Fahrzeug.

Wartburg 353 W

Als Kenner stellen wir fest, dass es sich dabei um die andere Variante des Wartburg 353 W mit den in die Scheinwerfer integrierten Blinker handelt. Natürlich finden wir unseren „grünen Frosch“ viel schöner. Dennoch, 2014 auf dem Berliner Ring im Wartburg von einem anderen Wartburg  überholt zu werden, war uns schon ein paar Photos wert, und gewunken haben wir selbstverständlich auch!

Wartburg 353 W

Da war er auch schon an uns vorbeigefahren.

Ob sie nun mit einem Wartburg unterwegs sind – dem hiermit ein kleines Denkmal gesetzt wurde, einem anderen Automobil, oder der S-Bahn, die einen mit oder ohne Fahrrad nach Birkenwerder bringt, ist egal.
Viele Wege führen ins Briesetal und ans Forsthaus Wensickendorf zu Kaffee und Kuchen.